Ev. Christophoruskirche

Die Christophoruskirche ist ein Kleinod im Herzen des Lipperbruchs:

Sie wurde 1958/59 erbaut und steht auf den Fundamenten eines im 2. Weltkrieg zerstörten Gebäudes des damaligen „Fliegerhorst Lipperbruch“. Nach dem Krieg fanden viele Menschen auf dem Lipperbruch nach langer Flucht eine neue Heimat. Wohl auch deshalb ist Christophorus als Namensgeber gewählt worden und durch den Graphiker Karl Hellweg als Mosaik an der Südseite angebracht. In der Gestalt des Christophorus, der Menschen über Fluten trägt, sahen sie eine Verbindung zu ihrer eigenen Lebensgeschichte.

An der Eingangstür befinden sich die sieben Werke der Barmherzigkeit. Ein Türgriff in Walfischform erinnert an die Erzählung vom Propheten Jona. Das bunte Kirchenfenster an der Ostseite zeigt Christus als den wiederkommenden Herrn auf der Weltkugel.

Der Gemeinderaum an der Kirche wurde 2001/02 errichtet und steht der Gemeinde als Versammlungsraum zur Verfügung.

Margarete Reinberger – Januar 2011

Gemeindeleben

Erleben Sie in Kreisen und Treffs aktiv die Gemeinschaft

Alle Gruppen sind offen für Neuankömmlinge, Interessierte, Menschen, die Lust haben hier am Ort unsere Gemeinschaft im christlichen Geist mit zu leben und zu gestalten und einfach dabei zu sein. Herzlich Willkommen!

Förderverein der Christophoruskirche Lipperbruch e. V.

Der Förderverein ist ein gemeinnütziger Verein. Zweck des Vereins ist der Erhalt der Christophoruskirche samt Gemeinderaum und der angrenzenden Grünanlagen sowie die Förderung von gemeindlichen Tätigkeiten. Der Mitgliedsbeitrag beträgt derzeit 12€ jährlich und wird jeweils im November eingezogen. Wir tragen neben den einzelnen Gruppenleitungen zu einem lebendigen Gemeindeleben bei, koordinieren unser Tun und organisieren Gemeindeveranstaltungen. Darüber hinaus unterstützen wir nötige Renovierungsmaßnahmen oder Anschaffungen natürlich auch finanziell.  Menschen, die Freude daran haben, unser Gemeindeleben aktiv mit zu gestalten und sich für den Erhalt der Christophoruskirche als unsere Begegnungs- und Gebetsstätte einzusetzen, sind uns stets herzlich willkommen.

Unregelmäßige Treffen nach Bedarf sowie selbstverständlich wenigstens eine Mitgliederversammlung pro Jahr, in der Regel am Anfang des Jahres.
Wenn Sie auch dem Föderverein beitreten wollen, können Sie gerne die Vorsitzenden ansprechen oder die Beitrittserklärung bei den Dokumenten runterladen und ausgefüllt den Vorsitzenden zustellen.

Vorsitzender: Dr. Jörg Hartung (0178 8670015)
Stellv. Vorsitzende: Andrea Gödde (02941 2840049)
Kassierer: Jörg Pintscher
Schriftführerin: Judith Kiehl

Christophorustreff für 5-12-jährige

Ein Treff, der durch sein vielseitiges Angebot begeistert und Kinder und Jugendliche lebendig christliche Gemeinschaft erfahren lässt. Wir sind kreativ, machen interessante Ausflüge, gestalten aber auch Gemeindefeiern und Gottesdienste aktiv mit und setzen uns für unsere Mitmenschen auf unsere Weise ein. Wer Lust hat mal bei uns herein zu schnuppern ist herzlich eingeladen einfach dazu zu kommen. Die Einladung für den nächsten Treff hängt regelmäßig in dem Schaukasten vor unserer Kirche zur Ansicht. Wir freuen uns über euer Interesse!  

Jeden 3. Samstag im Monat von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Leitung: Andrea Gödde (02941 2840049)

Frauenkreis

Der Frauenkreis ist eine muntere Gruppe ca. 20 Frauen. Bei den Treffen schaut man sich Dias an, hört Märchen oder befasst sich mit einem anderen aktuellen Thema. Insgesamt geht es vergnügt und fröhlich zu. Man grillt, trinkt zusammen Kaffee, unternimmt Ausflüge, feiert Karneval und Advent…

Die Gemeinschaft tut uns gut und wir freuen uns über jede Frau, die sich unseren Treffen anschließen möchte. Kommen Sie einfach und seien Sie mit dabei: jeden 3. Mittwoch im Monat 15.00 Uhr – 17.00 Uhr

Leitung: Doris Weber (02943 9776733)

Der andere Stammtisch

Der andere Stammtisch ist ein Männerkreis von Ruheständlern im Alter ab 65  aufwärts. Bei der Themenfindung für die einzelnen Treffen können sich die Gruppenmitglieder mit ihren unterschiedlichen Vorbildungen und Werdegängen aktiv einbringen. Das Angebot ist vielschichtig. So findet jährlich wenigstens ein Vortrag rund um das Thema Gesundheit statt, man informiert sich über andere Religionen, so z.B. beim Besuch einer Moschee, besichtigt Betriebe, beschäftigt sich mit interessanten Wirtschaftsthemen (z. B. Finanzen, Erben und Nachlass etc.) oder dem Thema Sicherheit (bei einem Vortrag der Polizei).

In der Regel findet der andere Stammtisch am 1. Donnerstag im Monat in der Zeit von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr im Gemeinderaum der Christophoruskirche statt. Da einige Termine auch an anderen Orten sind und zeitlich mit den Moderatoren abgestimmt werden müssen, sind aber auch Terminabweichungen möglich. Die genauen Termine können Sie bei der Leitung erfragen. Den Ansprechpartner und die Telefonnummer entnehmen Sie bitte dem Aushang im Schaukasten vor der Christophoruskirche, Richthofenstraße, 59558 Lippstadt.

Stuhlgymnastik für Frauen

Donnerstags um 15.00 Uhr treffen sich z. Zt. etwa zwölf Frauen im Gemeinderaum, um unter der Anleitung von Valentina Ebinger eine Stunde lang etwas für die Gesundheit zu tun. Motto: Wenn die Füße nicht mehr flitzen, dann turnen wir im sitzen!

Jeden Donnerstag 15.00 Uhr – 16.00 Uhr

Kosten 10er Karte: 15€
Leitung: Valentina Ebinger (02941 81106)

Kurzchronik der Christophoruskirche Lipperbruch

Unsere Christophoruskirche steht auf dem Fundament einer ehemaligen Luftwaffenkaserne des damaligen Fliegerhorstes Lippstadt (Lipperbruch). Die von der Marienkirche ausgeliehene Johannesglocke (gegossen 1496 in Lippstadt, auch Arme-Sünder-Glocke genannt) läutete schon seit dem Pfingstfest 1949 vom Holzglockenturm des Altersheimes Richthofenstr., wenn im früheren Schulgebäude an der Mastholter Str. die Gottesdienste stattfanden. Am 23. Februar1958 – Sonntag Invokavit – wurde im Rahmen einer kirchlichen Feierstunde der Grundstein zur Christophoruskirche gelegt. Es war der erste Kirchneubau der evangelischen Gemeinde Lippstadt seit der Reformation. (Vor der kommunalen Neugliederung 1975 gehörte Bad Waldliesborn noch zu Liesborn, Kreis Beckum).

Im Gemeindebrief Nr. 3 von 1959 an die Glieder der ev. Kirchengemeinde LP-Lipperbruch schrieb Pfr. Ungerer u. a.: „Die Pläne waren auch hier sehr vielfältig. Die verschiedenen Behörden hatten ihre Wünsche: eine Kirche sollte es sein, die auf dem Fundament einer Kaserne stehen musste, die mit Altersheim und dem zweiten Gebäude einen festen Rahmen bilden sollte für das dazwischen liegende Gartenstück. Sie sollte sich auch der im Bau befindlichen neuen Volksschule anpassen.“

Die Trümmer auf dem Baugrundstück waren in größtenteils freiwilliger Arbeit – auch mit Hilfe von Bundeswehrsoldaten – geräumt worden. Sie bildeten die angeschüttete Terrasse östlich des Kirchengebäudes, die sich bis heute als Rasenplatz bei Freiluftgottesdiensten und Gemeindefesten bewährt.

Mit der Bauplanung und -leitung wurde der Architekt Koelsche aus Dortmund beauftragt. Der Graphiker Karl Hellwig hat als künstlerischer Beirat die Figurenbilder und Fenster entworfen sowie die Farbgebung beraten. Die Firma Gebr. Timmermann hat schließlich nach unendlichen Verhandlungen der Planer mit Behörden den Bau erstellt.

Die Christophoruskirche wurde, nachdem sie schon seit Weihnachten 1958 provisorisch genutzt worden war, am Erntedanksonntag, dem 4. Oktober 1959 in einem feierlichen Gottesdienst geweiht.

Die Gestalt des Christophorus ist aussen links neben der Kirchentür zu sehen. – Pfr. Ungerer schrieb dazu: „Wir haben ihn dargestellt wie er den Herrn Christus mit sich über das Wasser trägt, um ihn her sind die Gestalten der Flüchtlinge zu sehen. Sie fliehen übers Wasser, sie fliehen aus dem Feuer, sie wandern und tragen schwere Lasten, – aber entscheidend war doch, dass der Herr Christus mitkam. In dessen Namen haben wir nun diese Kirche gebaut!“

An der Eingangstür sind aus Kupferplatten die sieben Werke der Barmherzigkeit ausgeprägt. Die Türgriffe stellen Jona und den Wal dar. – Im Altarraum befindet sich im Osten das große farbige Fenster, das den erhöhten Herrn zeigt inmitten der sieben Leuchter, nach dem Bericht der Offenbarung des Johannes. Die Kirche bietet 350 Personen Platz. Im Osten stellt die Glastürfront einen besonderen Reiz dar als Verbindung und öffnung zur Natur.

Nach und nach war es möglich, die Ausstattung zu vervollständigen. So fällt das freihängende Kreuz über dem Altar ins Auge. Es wurde von der Metallgießerei Karl Kaderhandt, Lippstadt, gefertigt. Am 18. Dezember 1966 bekam die Kirche endlich ihre Orgel, erstellt von der Firma Gustav Steinmann aus Vlotho. Da die Johannesglocke das Geläut der Marienkirche wieder vervollständigen sollte, musste sich die Gemeinde 1992 von ihr trennen, bekam aber eine neue von der Rincker Glockengießerei aus Sinn, Hessen.

Im Januar 2002 wurde der neue Gemeinderaum eingeweiht. Er ist der Kirche direkt angegliedert und war nötig geworden, weil der ebenfalls vielfältig genutzte Gemeindesaal im nahe gelegenen Seniorenheim von Bodelschwingh anderweitig gebraucht wurde.
Wir freuen uns, dass unsere Kirche im jetzigen Jubiläumsjahr renoviert, z. Zt. baulich verbessert und mit neuer Beleuchtung ausgestattet wird. Fleißige Gemeindeglieder pflegen liebevoll die Außenanlagen. Das südlich der Kirche gelegene Grundstück wird von vielen ehrenamtlich tätigen Helfern von einer Wildnis in einen schönen Park verwandelt.

Ottomar Bittner im September 2009

Die Lipperbrucher Glockengeschichte

Aufgeschrieben im September 1990 im Urlaub in der Steiermark von Frau Ella Kaderhandt

Nach dem schrecklichen Kriege – 1945 – suchten immer mehr Heimatlose und Flüchtlinge Zuflucht in den zerstörten Gebäuden des Fliegerhorstes auf dem Lipperbruch. Es war ein mühsamer Neuanfang. Im Dezember 1946 wurde eine Zubringeschule für die vielen Kinder eingerichtet, weil der Weg zu den Lippstädter Schulen zu weit war. Trinitatis 1947 war draußen auch der erste Gottesdienst in einem leeren Schulsaal. Das Schulgebäude war früher das Archiv gewesen. Seit dem Sommer 1947 traf sich auch regelmäßig ein Frauenkreis – auch in der Schule. In diesem Kreis tröstete man sich gegenseitig und man half einander, so gut man konnte. Es wurde immer wieder von der verlorenen Heimat gesprochen, von den Kirchen und von den Glocken, die morgens und abends und sonntags und bei allen feierlichen Gelegenheiten, bei Hochzeiten und Beerdigungen geläutet hatten. Man war oft sehr traurig.

Als dann das Alten- und Lehrlingsheim – auch aus Trümmern – gebaut wurde, hatte unser Pfarrer Ungerer einen tröstlichen Plan: im Turm der Marienkirche in Lippstadt hing eine kleine Glocke, die schon lange nicht mehr gebraucht wurde und die auch keinen Klöppel mehr hatte. Es war das Arme-Sünder-Glöckchen, das früher geläutet wurde, wenn jemand zum Galgen geführt wurde. Nun gab es einen neuen Klöppel und auf dem Altersheim wurde ein kleiner Glockenstuhl errichtet und Pfingsten 1949 war die feierliche Glockenweihe. Es war ein glücklicher Tag und es war ein wenig wie in der alten Heimat. Der alte Hausvater Czesny aus Ostpreußen war der Glöckner, aber es gab auch Ausnahmen: so durften die Konfirmanden ihren Einsegnungstag einläuten. – Und zehn Jahre später kam das Glöckchen auf die Christophorus-Kirche, die endlich gebaut war. Und dann kam im Frühjahr 1990 – nach gut 40 Jahren Glockendienst im Lipperbruch die Nachricht: das Glöckchen muss zurück in die Marienkirche! Die alten Lipperbrucher waren erschrocken und nicht bereit dazu. Aber es ist nun mal so: Die Zahl der Lipperbrucher, die den Anfang miterlebten, wird immer kleiner und die neuen Leute wissen nicht mehr, wie es früher war. Die neue Glocke soll ja auch viel schöner werden als die Alte.
Ich wünsche mir aber, dass zu meinem Begräbnis das alte liebe Arme-Sünder-Glöckchen geläutet wird – vom Lipperbruch aus oder vom Marienturm herunter?

Ich grüße die alten und die jungen Lipperbrucher!
Ella Kaderhandt

Frau Ella Kaderhandt war ab 1946 viele Jahre Lehrerin in der alten Lipperbrucher Schule. Sie starb 2004 im Alter von 93 Jahren. Zu ihrer Beerdigung läutete das Arme-Sünder-Glöckchen vom Turm der Marienkirche.